IMMOBILIENPOLITISCHER DIALOG – Bauen. Wohnen. Zukunft sichern.
Am 20. Oktober 2026 fand der 1. immobilienpolitische Dialog des IWS in der Sparkassenakademie Stuttgart statt. Gemeinsam mit Theresa Schopper, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg, sowie Vertretern aus Politik und Bauwirtschaft diskutierte der IWS die Rahmenbedingungen für schnelleres, wirtschaftlicheres und nachhaltigeres Bauen, Sanieren und Investieren.
In ihrer Keynote sprach Ministerin Theresa Schopper über die Notwendigkeit, Baukosten zu senken, Anforderungen zu vereinfachen und Verfahren zu beschleunigen. Mit dem geplanten BW-Standard sollen die Voraussetzungen für einfaches, wirtschaftliches und nachhaltiges Bauen verbessert werden. Darüber hinaus betonte sie die Bedeutung eines einheitlicheren Verwaltungshandelns und einer schnelleren Digitalisierung der Bauämter. Neben herausragenden Leuchtturmprojekten brauche es vor allem alltagstaugliche Lösungen, die auch kleinere Vorhaben ermöglichen. Der Traum vom Eigenheim sei weiterhin nicht ausgeträumt – dafür müssten jedoch bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Andreas Braun MdL (CDU) betonte, dass landespolitische Beschlüsse schneller in der Praxis ankommen müssten. Er sprach sich für mehr entscheidungsbereite Mitarbeitende in den Verwaltungen aus und griff eine Forderung aus dem IWS-Positionspapier zur Landtagswahl auf: sogenannte „Kümmerer“ in den Baurechtsbehörden, die Bauherren und Planungsbüros als verbindliche Ansprechpartner durch die Verfahren begleiten.
Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V., forderte mehr Mut auf allen Seiten. Die Probleme seien bekannt; nun komme es darauf an, gemeinsam ins Handeln zu kommen. Als Beispiel nannte er die Genehmigungsfiktion, deren praktische Anwendung aus seiner Sicht nicht konsequent genug erfolge. „Deshalb läuft das Ganze ins Leere“, kritisierte Möller mit Blick auf Fälle, in denen Bauämter auch nach Ablauf der dreimonatigen Frist weitere Unterlagen anforderten.
IWS-Vorstandsvorsitzender Axel Ramsperger unterstrich die Bedeutung wirtschaftlich tragfähiger Projekte: „Damit in Baden-Württemberg wieder mehr gebaut, saniert und investiert wird, müssen Projekte wirtschaftlich umsetzbar sein.“ Dafür brauche es verlässliche Verfahren, praxistaugliche Standards und bessere Investitionsbedingungen. Zudem warb Ramsperger für die Etablierung und den Ausbau interkommunaler Gewerbegebiete, um den Flächenbedarf der Wirtschaft und die Transformation des Standorts besser zu unterstützen.
Wir danken allen Beteiligten und unseren Gästen für den offenen und konstruktiven Austausch.
Der immobilienpolitische Dialog wird sicherlich im kommenden Jahr fortgesetzt.













